Neurüdnitz – das krumme Dorf im Oderbruch

In Neurüdnitz wird unter der Regie des ortsansässigen Fotografen Alex Schirmer zu einem inszenierten Dorfrundgang eingeladen.

Die kleine Oderaue-Gemeinde war nach dem zweiten Weltkrieg, wie so viele Dörfer im Oderbruch, erste Station vieler Vertriebener aus Schlesien auf ihrer Suche nach einer neuen Heimat. Allein das ist ein Grund, warum der Begriff „Heimat“ hier höchst unterschiedlich definiert wird.

Gespräche über den Gartenzaun

Zugezogene und Alteingesessene, Jungfamilien und Rentner beschreiben in kleinen Audio-Interviews „über den Gartenzaun“, warum sie Neurüdnitz als ihre Heimat sehen, wie sie es dazu gemacht haben und wie das Dorfleben an sich funktioniert. Hier treffen goldige Erinnerungen auf Enttäuschungen und frohe Erwartungen auf Zukunftsängste. Die Besucher begeben sich auf einen Rundgang durch das Schachtgrabendorf mit ringförmiger Hauptstraße, lauschen an Hörstationen den Interviews und erleben die Entwicklung des Dorfes über die Jahre anhand von historischen Fotos in einer Freiluft-Ausstellung.

Outdoor-Galerie

Die gut sortierte Heimatstube des Ortes ist Museum und Archiv gleichermaßen. Viele historische Bilder zeigen die Geschichte und die Wandlung des Ortes. Ausgewählte Aufnahmen werden an die Stellen gestellt, an denen sie zum Teil vor über 100 Jahren aufgenommen wurden. So kann man allein mit einer Kopfbewegung eine Zeitreise unternehmen.

Willkommen!

Als eine sehr gastfreundliche Gemeinde gibt es natürlich die besten Blechkuchen der Omas aus dem Dorf, gebacken in einem Holzbackofen. Einige Anwohner öffnen ihre Höfe und zeigen das Leben und Schaffen der „Rüdnitzer“ und ihrer Nachbarn vom Spitz und Bienenwerder. Historisches finden Interessierte in der liebevoll zum Museum ausstaffierten Heimatstube.

Bedienungsanleitung fürs Dorf

Während der Organisation des Heimatfestivals entstand mit den Dorfbewohnern eine kleine augenzwinkernde Broschüre für die Besucher des Dorfes, welche gegen eine kleine Spende als Andenken mitgenommen werden kann. Hier finden sie wichtige Verhaltensweisen, Texte auf Platt und eine kleine historische Abhandlung der Dorfgeschichte. Warum Neurüdnitz das „krumme Dorf“ genannt wird, müssen Sie allerdings die Bewohner selbst fragen. 

Über den Autor: 

Alex Schirmer ist jemand, der „irgendwas mit Medien“ macht. Der ausgebildete Mediengestalter war viele Jahre als Radiomoderator tätig, hat sich den Umgang mit Foto- und Video-Kamera beigebracht und hilft seinen Kunden und Geschäftspartnern im Internet sichtbar zu werden. Der Anfang der 80er Jahre geborene Dorfjunge aus Hohenwutzen machte eine 15jährige Stippvisite in Cottbus und ist jetzt mit seiner Familie zurück im Oderbruch.