Letschin

Eine Gemeinde im Oderbruch

Wo sind wir geboren? Warum sind wir hier im Oderbruch und was bedeutet Heimat? Mit diesen Kernfragen, einem Tonbandgerät und einer Kamera zieht Julius Breitenfeld durch Letschin und die angrenzenden neun Ortsteile der Gemeinde. Auf der Suche nach den Fassetten des Heimatgefühls begegnet er den verschiedensten Einwohnern. Menschen, die nach dem Krieg hier her geflohen sind, Ur-Letschinern, die diesen Ort nie verlassen haben, jungen Heimkehrer, die auszogen, um die Welt kennen zu lernen und zurück gekommen sind, oder Menschen, die dem Leben in der Stadt entflohen, um sich eine Existenz auf dem Land aufzubauen.

Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, Sprache und Gefühlswelt, einen Geburtsort und ein eigenes Verständnis davon, was Heimat bedeutet. Die Ergebnisse dieser Interviewreihe und die dazugehörigen Bilder von den Menschen in ihrem Alltag, bilden den Kern der Ausstellung im neuen Boberhaus Letschin.

In einem zweiten Ausstellungsraum nähert sich Julius Breitenfeld dem Heimatbegriff auf topographischer Weise. Ausgestellt wird eine Collage aus Landkarten deren Zentrum das Oderbruch bildet. Besucher werden eingeladen ihren Geburtsort und ihren Heimatbegriff mit farbigem Garn zu verbinden, um den Zusammenhang oder den Unterschied sichtbar zu machen. Im hauseigenen Erzähl-Café wird den Gästen Raum für ihre persönlichen Heimatgeschichten gegeben.



Julius Breitenfeld

Geboren 1989 in Frankfurt(Oder), verbrachte seine ersten Lebensjahre in der Grenzstadt an der Oder und zog 1997 nach Alt-Tuchenband ins südliche Oderbruch. Während des Besuches des Gymnasiums in Seelow, sammelte er erste Bühnenerfahrungen als Sänger und Gitarrist. 2008 beginnt er eine Ausbildung zum Veranstaltungstechniker beim Rundfunk Berlin-Brandenburg. Nach Abschluss der Ausbildung folgt die Initiation und Organisation der Existenzberechtigung, – einem Kunstfestival im Oderbruch. Ab 2011 wirkt er als freiwilliger europäischer Helfer, mit Fokus auf Handwerk und Landwirtschaft, in Portugal.

Ab 2015 fester Wohnsitz in Leipzig, Ausbildung zum Rohrschweißer WIG/E-Hand in der „Saxweld“. In dieser Zeit entsteht der Kontakt zu dort ansässigen Künstlern. Es folgen Koorperationsprojekte. 2017 Umzug nach Berlin und Aufbau des eigenen Ateliers in Voßberg (MOL). Seit dem Raum-, und Objektgestaltung aus Stahl und Holz, Anfertigung von Toncollagen sowie die Leitung der Audiowerkstatt im Oderbruchmuseum Altranft (OMA). 2020 Gründungsmitglied des „.exe.e.V.“, einem Verein für Kultur, Begegnung und Heimatpflege im Oderbruch.